Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder




Erzählt wie ihr eure Kinder zum barfuß laufen gebracht habt.

Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Michael » So 28. Jun 2020, 01:22

Hallo zusammen,

wie findet ihr, wie gesundes Barfußlaufen aussieht und wie man seine Kinder diesbezüglich erziehen sollte?
Also NICHT, was IHR jetzt gerade am COOLSTEN findet, sondern das, was - möglichst objektiv - LANGFRISTIG am GESÜNDESTEN ist.
So dass die Füße samt ihrer (Horn)haut auch mit über 70 Jahren noch TOPFIT sind. 8-)

Ich meine, viel Abwechslung zwischen Stadt- und Naturböden sollte sein. So werden die Sohlen hart genug, werden aber nicht einseitig beansprucht und die Muskeln in und die Polster unter den Füßen werden durch die vielseitige Beanspruchung stark.

Es sollte draußen auch mindestens so viel barfuß gelaufen werden, dass die Füße wirklich stark und widerstandsfähig werden, und ihre Reflexe schnell genug. So dass es mit Spitzem und Scharfen wie Scherben so gut wie keine Probleme mehr gibt.

Abends sollten die Füße mit einer kräftigen (aber nicht übermäßig harten) Bürste unter der Dusche kräftig abgeschrubbt werden, das ist gut für die Haut und die Durchblutung. Nach dem Abtrocknen sollte manchmal noch anhaftendes klebriges Zeugs (z.B. zwischen den Zehen) mit Küchen- oder Klopapier entfernt werden. Übermäßig gründlich sollte man dabei aber nicht sein - zu heftiges Abschrubben und Dreckentfernen schadet der Haut.
Seife sollte an den Füßen möglichst vermieden werden, das entfettet ihre Haut unnötig und schwächt die Selbstreinigungskraft der Hornhaut ebenfalls. Sie wird durch die Bürste fast immer überflüssig.
Eine richtige Barfüßlersohle ist fast nie richtig sauber, außer vielleicht bei sehr viel Regenwetter. Das ist natürlich, und dieses Verständnis sollten die Kinder entwickeln und ihren Spaß daran haben.

Dicke, über Tage und Wochen angesammelte Dreckschichten sind dagegen auf Dauer ungesund, gerade oberhab der Sohlen. Das ist auf Dauer schlecht für die Haut. Umgekehrt sollte nicht jedes Mal, wenn das Kind die Wohnung betritt, die Füße gewaschen werden: Das abendliche Abschrubben unter fließendem Wasser reicht normalerweise völlig, ansonsten das kräftige Abreiben auf den Fußmatten vor der Tür und zuvor vielleicht auch an einer Bordsteinkante oder im Gras in der Nähe von Haus oder Wohnung.
Abschrubben / Abspülen darüber hinaus nur nach Bedarf. Sonst wird die Haut geschwächt und verliert ihre gute Selbstreinigungskraft!

Die Kinder sollten ihren Spaß haben dürfen, in nahezu alles reinzutreten, aber nicht in hochinfektiöse Dinge wie Hundekot etc.
Auf dem Land also auch in Kuhfladen, Pferdemist und in der Stadt in alles mögliche auf dem Boden, was nie essbar war oder nicht mehr essbar ist. Wenn sie denn mögen - und wenn, es dann ohne - von überkritischen Erwachsenen eingeredetem schlechtem Gewissen - ganz selbstverständlich genießen unter den Sohlen. Wenn die Füße gesund sind und widerstandsfähige Barfüßlersohlen haben, ist es gesund und macht Spaß.
Ein Grenze bildet hier die Rücksicht auf andere - wenn eine penible Tante auf Verwandschaftsbesuch ist und man einen Familienspaziergang macht, hält man sich halt ein wenig zurück und läuft nicht durch die Pferdeäpfel oder das runtergefallene Eis, auch wenn es noch so verlockend ist. ;)
Auch wenn das einige hier im Forum ganz toll finden - an Kaltasphaltmischung und Altölflecken hat sich unsere Haut im Laufe der Evolution nicht gewöhnen können, also sollten gerade Kinder das besser lassen (und Jugendliche es damit nicht übertreiben ;) ).

Risse an den Fersenrändern sollten eher klein gehalten werden, nur bei Bedarf ab und zu etwas gute Urea-Creme (z.B. Scholl Repair K+), sparsam angewendet, tut ihnen gut. Zuviel würde die Fersenränder unnötig aufweichen und ihre Widerstandskraft schwächen.
Vor der Pubertät wird man solche Creme wohl kaum benötigen.

Nur bei Bedarf sollte die Beine um das Knie herum z.B. mit Anti-Brumm eingesprüht werden; regelmäßiges Absuchen nach Zecken spätestens am Abend sollte nach Spaziergängen im Wald etc. sowieso selbstverständlich sein. Und möglichst auch während solcher Spaziergänge, damit die Zecken erst gar nicht über die über die Knie weiter nach oben vordringen können.

Die Kinder sollten auch eine Pinzette und etwas Desinfektionsspray und Sprühpflaster dabei haben und wissen, wie man damit umgeht.

Habe ich was vergessen?

:!: Update: Wenn ich Ideen von euch gut finde, arbeite ich sie hier ein.

Schöne Grüße von

Michael
Zuletzt geändert von Michael am So 28. Jun 2020, 18:07, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Jojo » So 28. Jun 2020, 08:22

Passt schon so. Aber regelmäßiges Abschrubben ist nicht erforderlich. Das muss man nur nach Bedarf machen. Nach Kuhfladen oder Matsch oder so. Dieses Abschrubben schadet der Haut. Die Kinder hassen das sowieso. Außerdem müssen sie ja ihren Spaß an den dreckigen Sohlen entwickeln.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Michael » So 28. Jun 2020, 17:04

Jojo hat geschrieben:Passt schon so. Aber regelmäßiges Abschrubben ist nicht erforderlich. Das muss man nur nach Bedarf machen. Nach Kuhfladen oder Matsch oder so. Dieses Abschrubben schadet der Haut. Die Kinder hassen das sowieso. Außerdem müssen sie ja ihren Spaß an den dreckigen Sohlen entwickeln.


Danke für deine Meinung - das, was ich daran gut fand (das Meiste), habe ich oben berücksichtigt. 8-)

Das abendliche Abschrubben der Füße unter fließendem Wasser habe ich seit Kindheitstagen jedoch immer gemocht und ich glaube auch wirklich, dass es der Haut sehr gut tut. Ihre Poren (oberhalb der dicken, festen Barfüßlersohlen) sollen auch atmen können. :)
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon tiptoe » So 28. Jun 2020, 19:33

Da kann ich zustimmen. Abwechslung ist gut. Es sollten halt ausreichend schritte am tag zusammenkommen und ein bewusstsein für das, was am boden ist, entwickelt werden (wer gut auf seinen seh- und tastsinn reagiert, wird sich nicht verletzen). Außerdem sollte den kindern die möglichkeit zum klettern gegeben werden, das ist auch ein wichtiger einsatz der hände und füße.

Zum thema jahreszeiten und temperaturen: Nur wer seine grenzen ausloten darf, kann sie auch wirklich kennen. Wenn es zu heiß wird, ist es ohnehin nicht mehr auszuhalten; wenn es zu kalt wird, kann dagegen das gefühl weggehen. Die kältetoleranz auszubauen, ohne sich erfrierungen zuzuziehen, wäre ein weiteres wichtiges ziel.

Außerdem ein bewusstsein: Was ist eine völlig nebensächliche bagatellverletzung (ein kratzer, der einen nicht behindert), wo reicht ein pflaster, wo ist mehr behandlung nötig (splitter rausziehen, desinfektion). Manche eltern machen ein riesendrama um kleine wunden, das ist wohl übertrieben.

Zum thema "saubermachen": Ja schrubben reicht bei den meisten klebrigen dingen, harz lässt sich besser mit öl oder spiritus entfernen. Im übrigen gibt es da eine gewisse bandbreite, manche mögen es gerne sauber, anderen ist es egal, sie sollten nur nicht mit dreckfüßen dort den schmutz verteilen, wo es andere stört.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Jojo » So 28. Jun 2020, 20:13

tiptoe hat geschrieben:Zum thema jahreszeiten und temperaturen: Nur wer seine grenzen ausloten darf, kann sie auch wirklich kennen. Wenn es zu heiß wird, ist es ohnehin nicht mehr auszuhalten; wenn es zu kalt wird, kann dagegen das gefühl weggehen. Die kältetoleranz auszubauen, ohne sich erfrierungen zuzuziehen, wäre ein weiteres wichtiges ziel.


Geht mir anders. Im Laufe des Sommers komme ich an den Punkt wo mir kein Boden zu heiß ist. Aber im Winter ist mir der Boden viel zu kalt.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon anton » So 28. Jun 2020, 21:02

gut zusammengefasst Michael!
Ich sehe das aber auch so, dass abschrubben nicht regelmäßig sondern nur im Bedarfsfall notwendig ist. Meistens werden die Füße ja nicht komplett schwarz sein (außer natürlich man macht sie extra dreckig). Außerdem finde ich es wichtig, dass man viel unternimmt (zB Spaziergänge, Wanderungen, draußen spielen, gemeinsam einkaufen), in manchen Familien sind die Kids leider nach der Schule fast nur am PC.
Was ich noch interessant finde ist die Beziehung zu Schuhen: wann brauche ich welche? oder besser von April bis Oktober konsequent gar keine?
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon barfuss marcel » So 28. Jun 2020, 23:09

Jojo hat geschrieben:
tiptoe hat geschrieben:Zum thema jahreszeiten und temperaturen: Nur wer seine grenzen ausloten darf, kann sie auch wirklich kennen. Wenn es zu heiß wird, ist es ohnehin nicht mehr auszuhalten; wenn es zu kalt wird, kann dagegen das gefühl weggehen. Die kältetoleranz auszubauen, ohne sich erfrierungen zuzuziehen, wäre ein weiteres wichtiges ziel.


Geht mir anders. Im Laufe des Sommers komme ich an den Punkt wo mir kein Boden zu heiß ist. Aber im Winter ist mir der Boden viel zu kalt.


Mir ist auch kein Boden zu heiß im Sommer nun gut wir hatten dieses Jahr bisher noch nicht so heiße Temperaturen wie letztes Jahr an die knapp 40 grad aber selbst da hatte ich keine Probleme mit den Füßen auf dem heißen Boden. Im Winter laufe ich auch draußen barfuß .
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon tiptoe » Mo 29. Jun 2020, 13:24

Jojo hat geschrieben:
Geht mir anders. Im Laufe des Sommers komme ich an den Punkt wo mir kein Boden zu heiß ist. Aber im Winter ist mir der Boden viel zu kalt.


Eben weil es da jedem anders geht, ist es wichtig, dass die kinder ihre eigenen grenzen entdecken. Wobei die sich auch stark ändern können; früher fand ich schnee fürchterlich kalt und fürchtete mich davor, ihn mit den nackten füßen "anzufassen". Dann war ich irgendwann mal im winter in der Sauna und habe festgestellt, dass ich so erwärmt nicht nur barfuß im tiefschnee spazieren kann, sondern mich sogar der länge nach in den schnee legen und darin herumrollen kann und es einfach nur frisch und weich ist. Dann habe ich mir stück für stück die fähigkeit angeeignet, barfuß im schnee zu gehen. Es geht halt so lange der körper genug wärme erzeugt und ich in bewegung bleibe.

Übrigens noch etwas zum thema: Zum richtigen erziehen gehört auch das "mentale rüstzeug". Also die richtigen antworten, wenn jemand beleidigend wird und meint, barfußgehen sei dumm, rückständig oder verantwortungslos.
Und die richtige bewertung: Es geht nicht darum, teure schuhe zu kaufen (die sind irgendwann sowieso müll), sondern starke füße zu haben (die sind ein vorteil fürs leben).
Siehe auch den früheren beitrag: https://barfusskinder.iphpbb3.com/forum/52029974nx64263/barfuss-erziehung-f7/robuste-fuesse-sind-viel-wert-t56.html
Eltern sollten ihren kindern nicht nur die fähigkeit vermitteln, überall barfuß gehen zu können, sondern auch das bewusstsein, dass sie damit anderen etwas voraus haben.

Zum richtigen erziehen gehört übrigens auch, die kinder nicht überall mit dem auto hinzufahren, sondern sie möglichst selbst ihre wege mit eigener muskelkraft zurücklegen zu lassen, ob auf den eigenen nackten füßen oder mit dem fahrrad.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Verwunderter Gast » Mo 29. Jun 2020, 15:23

Leichtes Bauchweh hab ich mit
Eltern sollten ihren kindern nicht nur die fähigkeit vermitteln, überall barfuß gehen zu können, sondern auch das bewusstsein, dass sie damit anderen etwas voraus haben.
. Selbstbewußtsein ist eh klar, aber: bei allen gefühlten und echten Vorzügen der Barfüßlerei gegenüben dem beschuhten Leben: Ich möchte nicht, daß Barfußlaufen als was "besseres" mit Hang zum Elitären rüberkommt. Es sollte scheißegal und selbstverständlich sein, daß jede*r ganz undogmatisch machen kann wie es beliebt.

lG Matthias
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Verwunderter Gast » Mo 29. Jun 2020, 15:23

Leichtes Bauchweh hab ich mit
Eltern sollten ihren kindern nicht nur die fähigkeit vermitteln, überall barfuß gehen zu können, sondern auch das bewusstsein, dass sie damit anderen etwas voraus haben.
. Selbstbewußtsein ist eh klar, aber: bei allen gefühlten und echten Vorzügen der Barfüßlerei gegenüben dem beschuhten Leben: Ich möchte nicht, daß Barfußlaufen als was "besseres" mit Hang zum Elitären rüberkommt. Es sollte scheißegal und selbstverständlich sein, daß jede*r ganz undogmatisch machen kann wie es beliebt.

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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Michael » Mo 29. Jun 2020, 23:44

Hi zusammen,

hier kommen ja richtig viele gute und ausführliche Antworten - das freut mich, und ich arbeite es demnächst (kann ein paar Tage dauern) oben ein! 8-)

Danke für die netten und interessanten Rückmeldungen von

Michael
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon tiptoe » Di 30. Jun 2020, 00:36

Verwunderter Gast hat geschrieben:Ich möchte nicht, daß Barfußlaufen als was "besseres" mit Hang zum Elitären rüberkommt.


So war das auch nicht gemeint, sondern eher um den kindern, sollten andere versuchen, sie unterzubuttern, weil sie barfuß sind, eine passende antwort nahezulegen. Ich bin mir sicher, dass es genug gibt, die von natur aus genug selbstbewusstsein mitbringen.

Michael hat geschrieben:das freut mich, und ich arbeite es demnächst (kann ein paar Tage dauern) oben ein!


Vielleicht wird mal ein FAQ draus für eltern mit fragen wie:
"Hilfe, mein Kind will barfuß gehen bzw. lässt sich erst gar keine Socken und Schuhe anziehen, sollte ich mir Sorgen machen?"
oder umgekehrt
"mein Kind hat eine Abneigung dagegen, irgendwo barfuß hinzugehen, und ist überängstlich, wie kann ich ihm Mut machen?"
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon tiptoe » Di 30. Jun 2020, 22:59

Heute habe ich mit einer person gesprochen, die sich zwar interessiert zeigte, wie ich das schaffe, barfuß im wald, auf schotter und bergwiesen zu gehen, aber gleichzeitig meinte "ich könnte das nie, ich hätte fürchterliche schmerzen, und außerdem habe ich keine dicke hornhaut". Die hemmung, es einfach mal selbst auszuprobieren, ist riesig, selbst wenn es andere vormachen.
Ich würde mich da doch sehr behindert fühlen, wenn ich nicht mal in der lage wäre, barfuß über eine almwiese zu gehen. Daher denke ich, es ist wichtig, die fähigkeit und den mut von anfang an zu vermitteln. Statt "ich könnte das nie" sollte die herangehensweise sein "ich probiere gern aus, was ich kann" und "was kann ich tun, um noch mehr zu können?"
Denn solche berge sind barfuß einfach ein traum und erfordern lediglich die aufmerksamkeit, vereinzelten (ausreichend großen) steinen auszuweichen:
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Zuletzt geändert von tiptoe am Mi 1. Jul 2020, 13:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Verwunderter Gast » Mi 1. Jul 2020, 12:25

Vielleicht wird mal ein FAQ draus für eltern mit fragen wie:
"Hilfe, mein Kind will barfuß gehen bzw. lässt sich erst gar keine Socken und Schuhe anziehen, sollte ich mir Sorgen machen?"

Naja, alle Argumente, wie sie gutbürgerlich auch Erwachsenen helfen "gesund, bla etc...". Es sollte nicht zuletzt übrigbleiben, es sei nur ein harmloser kindlicher Spleen, der nicht schadet aber wohl wieder vergeht. Da muß man wahrscheinlich v.a. alle möglichen Ängste der Eltern entkräften, v.a. den positiven Effekt aufs Selbstbewußtsein fürs Kind rauskehren (... wobei: ist eigentlich ein Armutszeugnis, wenn es von Kindern in ihrem Umfeld Mut verlangt und schlimmstenfalls Ausgrenzung bedeutet, wenn sie barfuß gehen, es sollte normal und sch***egal sein wie offenbar in Neuseeland)
oder umgekehrt
"mein Kind hat eine Abneigung dagegen, irgendwo barfuß hinzugehen, und ist überängstlich, wie kann ich ihm Mut machen?"

zu letzterem: Eigenes positives Vorbild an gelebter Selbstverständlichkeit, insbesondere was die Ängste "was sagen die Leute" betrifft. Geht allerdings bei Kindern, die gerade in vor oder hochpubertären Phasen sind, wo sie aus Prinzip alles anders als die Eltern machen, daneben, also eher was für kleine Kinder, bei denen dann barfuß zu einer ganz gewöhnlichen Selbstverständlichkeit werden kann wie offenbar in Neuseeland, bevor sie in den Fundamentaloppositionsmodus gehen.
Daher denke ich, es ist wichtig, die fähigkeit und den mut von anfang an zu vermitteln. Statt "ich könnte das nie" sollte die herangehensweise sein "ich probiere gern aus, was ich kann"
Zu dieser kleinen Episode mit der "ich könnte das nie"-Begegnung: Mir ist mal an meinem Stamm-EDEKA das Gegenteil passiert. Ich steh in der Kassenschlange, barfuß natürlich, eine Frau hinter mir in der Schlange fragt mich neugierig, warum ich das mache, ich drauf sinngemäß, draußen ist warm, und es ist schön und macht Spaß, und man muß halt nur ein bißchen aufpassen, wohin man tritt. Sie drauf, "ich glaube, das probiere ich jetzt auch aus", zieht ihre Sandalen aus, zahlt ihre Sachen und marschiert frohgemut davon. Ich hab sie zwar nie wieder gesehen, aber wer weiß....

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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon tiptoe » Do 2. Jul 2020, 10:14

Ich denke, wenn kinder von geburt an barfuß aufwachsen, stellt sich die frage des "Mut machens" gar nicht: sie kennen es gar nicht anders. Wer sich nicht traut, sind diejenigen, die stets schuhe tragen mussten oder denen sogar gesagt wurde, wie gefährlich es ohne ist.
Selbstverständliches vorleben und gemeinsame erlebnisreiche aktivitäten da, wo barfuß richtig spaß macht, können einem dann hoffentlich die angst nehmen.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon Barfußboy » Do 2. Jul 2020, 23:22

Verwunderter Gast hat geschrieben: Zu dieser kleinen Episode mit der "ich könnte das nie"-Begegnung: Mir ist mal an meinem Stamm-EDEKA das Gegenteil passiert. Ich steh in der Kassenschlange, barfuß natürlich, eine Frau hinter mir in der Schlange fragt mich neugierig, warum ich das mache, ich drauf sinngemäß, draußen ist warm, und es ist schön und macht Spaß, und man muß halt nur ein bißchen aufpassen, wohin man tritt. Sie drauf, "ich glaube, das probiere ich jetzt auch aus", zieht ihre Sandalen aus, zahlt ihre Sachen und marschiert frohgemut davon. Ich hab sie zwar nie wieder gesehen, aber wer weiß....

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Mir ist Mal etwas ähnliches passiert! In dem Fall wars zwar nur ein kurzer Blickkontakt aber hat trotzdem gereicht, das ein junger Mann barfuß weitergegangen ist. Ich war kurz vorm Eingang zu einem Einkaufszentrum, als ein Mann raus kam, dem es schon gereicht hat mich nur zu sehen, um sofort seine Flip Flops auszuziehen.
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Re: Gesundes Barfußlaufen - richtiges Erziehen der Kinder

Beitragvon tiptoe » Sa 4. Jul 2020, 16:00

Das waschen, cremen, feilen usw. kann wohl je nach notwendigkeit gemacht werden. Wie überhaupt beim barfußgehen ist vernünftige flexibilität besser als starre regeln.

Die meisten, die ab dem laufenlernen täglich ausreichend barfuß gehen, möglichst auch draußen im gelände, werden auch ohne "Seminar" eine gesunde gangart annehmen. Ab einem gewissen alter können dann tips gegeben werden (etwa wann vorfußgang besser ist), es ist sicher nicht verkehrt, wenn eltern die entwicklung ihrer kinder beobachten, dass sich nichts falsches einschleift (aber das "falscheste" ist wohl, stattdessen mit schuhen irgendwo herumzusitzen und sich gar nicht zu bewegen).

Zur "gesunden erziehung" gehört jedenfalls, den kindern lust zu machen, wo sie nicht ohnehin schon von selbst motiviert sind.
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